Der heutige Morgen hat eigentlich ganz gut angefangen. Ich habe etwas Spannendes und Lustiges geträumt, bin ausgeschlafen und habe mir für den Tag einen Ausflug ins Blaue vorgenommen. Also beste Aussichten für den Tag. Noch dazu habe ich mich über das steigende Interesse an meinen Pinterest Boards gefreut. Doch dann, wie auch immer, hat sich das «Ja, aber» in den Morgen rein geschlichen und die gute Stimmung mal so richtig verdorben: «Ja, aber wenn du solch tolle Outfit Shoots machen willst, brauchst du einen richtigen Fotografen.» Ja, aber wenn du solch eine Qualität erwartest, musst du auch viel Zeit dafür einplanen (was du heute nicht bereit bist zu tun).» Ja, aber fang doch erstmal klein an…»

Für jemanden, der sowieso schon sehr selbstkritisch mit sich ist, ist das Maß irgendwann voll. Und was passiert dann? Rechtfertigungsversuche vom aller Feinsten: «Ja, aber das meine ich doch gar nicht. Mir schwebt so eine Art für die Fotos vor.» «Ja, aber zwei Stunden Zeit habe ich nicht jeden Tag für ein Foto. Und ich kann mir nicht für jeden Instagram Post einen Fotografen rufen.» «Ja, aber ich weiß doch, dass das länger als fünf Minuten dauert.« «Ja, aber vielleicht können wir das heute mal ausprobieren.» «Ja, natürlich hätte ich gern, dass das erste Foto sitzt, aber mir ist klar, dass es Übung braucht.» Also: Absoluter Fight-Back Modus.

Was ist passiert: Die Intention war es mich vor meinen eigenen hohen Erwartungen zu schützen und meine Erwartungen realistisch zu managen. Ich hingegen hab` nur Vorwürfe gehört. Was der eine sagt und meint, muss nicht genauso beim Empfänger ankommen. Hier kommt das berühmte 4-Ohren Modell von Schulz von Thun ins Spiel.

Ja, aber ... warum eigentlich? | Carolin Kania, Expertin für Positive Psychologie

«Du musst dieses «Ja, aber» aus deinem Wortschatz streichen. Also ab jetzt kein ABER mehr.» Der Witz ist nur: Ein KEIN kann unser Kopf nicht verarbeiten. Du kennst bestimmt auch den Ausspruch: «Denke nicht an einen rosaroten Elefanten» und schon sehen wir alle einen rosaroten Elefanten vor uns. Es geht einfach nicht. Und einfach so eine Gewohnheit zu streichen und einen luftleeren Raum zu hinterlassen, funktioniert auch nicht. Alle, die versuchen mit dem Rauchen aufzuhören und stattdessen einfach nichts machen, werden es sehr schwer haben. Jedem, der sich hingegen vornimmt in der Zeit, in der er sonst geraucht hat, stattdessen durch eine Kaffee- oder Tee-Pause zu ersetzen oder einen Mini-Spaziergang zu machen, wird es vermutlich einfacher haben. Also, kein ABER geht nicht.

Was könnte man stattdessen machen?

Was könnte man stattdessen machen? Vielleicht lieber ein. «Okay, ich probiere es mal aus.», wenn es darum geht offener für neue Vorschläge zu sein. Oder ein «Ja, und gleichzeitig sollten wir auch das Folgende in die Überlegungen einbeziehen», wenn es wirklich darum geht zum Beispiel im Kollegenkreis eine gute Idee nicht gleich klein zu reden, sondern sie mit deiner wohl überlegten kritischen Stimme noch besser zu machen oder bestimmte Einwände einfließen zu lassen.

Kritische Stimmen sind wichtig und gut. Sie schützen uns davor leichtfertig und unvorsichtig etwas Waghalsiges zu tun. Sie können in der Teamarbeit das Ergebnis massiv verbessern, denn vielleicht kennt ihr eines der vielen verschiedenen Rollen in Teams, bei der es neben einem Moderator, den Kreativen, und den vielen verschiedenen Rollen, auch diejenigen braucht, die die Gruppe auf Barrieren und Regularien aufmerksam machen. Es braucht sie alle und uns alle.

Beobachte dich mal

Beobachte dich mal dabei, ob du auch so oft am Tag «Ja, aber» sagst? Unfassbar, oder? Wenn man erst einmal darauf achtet, ist es ein wenig erschreckend. Es ist auf jeden Fall eine schlechte Angewohnheit von mir, die letztendlich meine mich einschränkenden Glaubenssätze Preis geben und mich daran hindern mein Leben völlig offen und frei auszuprobieren. Wenn wir hinter jedem und allem ein «Ja, aber» vermuten oder sehen, bewegen wir uns nicht von der Stelle. Wir bleiben stehen. Und das kann ich wirklich keinem raten. Weder dir noch mir selbst.

Schluss mit: Ja, aber…

So, jetzt heißt es nun sich das in der Schule gelernte Modell wieder vor Augen zu führen, bewusst darauf zu achten – beim Gegenüber und einem selbst – und wenn man sich unsicher ist, nachzufragen in welcher Weise der Sender die Aussage gemeint hat. So können wir mit ein wenig Übung die kommenden Missverständnisse vermeiden. Und als zweite Hausaufgabe gilt es jedes Mal, wenn man wieder kurz davor ist «Ja, aber» zu sagen, sich wirklich zu überlegen, ob es das Aber – also einen Einwand – braucht. Beides bedarf Übung und Geduld (… die ich nicht habe…).

Eine verstärkte Aufmerksamkeit ist dafür der erste wichtige Schritt. Viel Erfolg dabei!

Was sind deine Unwörter? Sagst du auch ständig «Ja, aber…» Hörst du auch oft Dinge, die der andere nicht so gemeint hat? Ich bin gespannt auf deine Erfahrungen.

Schön, dass du da bist! 

Hallo, ich bin Carolin, Expertin für authentische Stilberatung und Positive Psychologie. Ich unterstütze Frauen dabei ihren ganz persönlichen und authentischen Stil zu finden und wieder an sich selbst zu glauben, damit sie das Leben führen, das sie sich wünschen. Ich zeige dir, wie du mit deinem authentischen Stil deine Ausstrahlung vervielfachst. 

Ja, aber...
Ja, aber…
Sich selbst Feiern! Carolin Kania, Expertin für Positive Psychologie
PERMA - Aufblühen wie die Natur | Carolin Kania, Expertin für Positive Psychologie